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Le monde vu par Lina

23/03/2022

Dans ce nouvel article du blog, Klára Sokol, directrice d’éducation21, explique comment s’organise l’éducation au développement durable (EDD) dans le quotidien scolaire.

Les articles du blog sont publiés uniquement dans leur langue d’origine.

Es ist nicht selbstverständlich, dass wir die Natur schützen, unsere eigene Gesundheit schonen oder fair und zukunftsgerichtet miteinander umgehen. Gegenseitige Rücksichtnahme, Toleranz und Respekt zur natürlichen Umwelt müssen gelernt werden. Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung (BNE) bietet Ansätze für Schule und Unterricht.

Porträt von Klára Sokol, Direktorin der Fachagentur éducation21
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Gastautorin*: Klára Sokol, Direktorin der Fachagentur éducation21

Lina ist acht Jahre alt. Sie geht in die zweite Klasse. Kürzlich habe ich sie an einem Familienfest wieder getroffen, wir sind entfernt verwandt. Weil ich am Tisch neben ihr sass, bemühte ich mich um ein Gespräch: «Wie gehts in der Schule? Wie heissen deine Freundinnen? Welches Fach gefällt dir besonders?» Lina zeigte sich nicht sehr gesprächig, bis ich fragte: «Welches Thema habt ihr grad?» «Abfall und Recycling», kam es wie aus der Kanone geschossen, und Linas Augen begannen zu strahlen. «Ist das denn nicht das Gleiche?», spielte ich die Unwissende. «Und wozu Recycling?» Es folgten schwungvolle Erklärungen, und an den Dingen, die auf dem Tisch lagen, entwickelte Lina gekonnt ein Entsorgungskonzept und Ideen für die weitere Verwendung der Materialen. Da war von Kompost die Rede, von Kreislauf, von Foodwaste; das Mädchen erzählte von sich selbst, wie es mit Abfall umgehe und warum das alles wichtig sei. «Ja», sagte sie, «ich finde das Thema toll.»

Gesicht eines Mädchens, das fröhlich ist
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Zwei Kinder recyclen Karton
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BNE: Transversaler Lernbereich der regionalen Lehrpläne
Die zehn Minuten Gespräch freuten mich. Mit Erzählungen wie der von Lina bekommen die Bemühungen von éducation21 ein Gesicht. Die EDK-Fachagentur soll dazu beitragen, «dass Kinder und Jugendliche in der Schule Kompetenzen erwerben, die sie zu einer aktiven, reflektierenden Beteiligung an einer nachhaltigen Entwicklung befähigen». So lautet die Vorgabe des Mandatgebers, der sich aus Behörden des Bundes und der Kantone zusammensetzt. Inhaltlich abgestützt sind die Aktivitäten durch alle sprachregionalen Lehrpläne der obligatorischen Schule (und zunehmend auch der Sekundarstufe II). Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) bildet einen eigenen, transversalen Lernbereich – ähnlich wie die überfachlichen Kompetenzen. Sein Ziel lautet:

Zitat "Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Komplexität der Welt und deren ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander. Sie erfassen und verstehen Vernetzungen und Zusammenhänge und werden befähigt, sich an der nachhaltigen Gestaltung der Zukunft zu beteiligen."
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Das sind weitreichende und allgemein formulierte Vorgaben, gewiss. Aber es gelingt den Lehrpersonen immer besser, sie in der Schule lebendig und lebensnah zu behandeln – mit einem Unterricht, der Kinder wie Lina berührt und sie als Handelnde anspricht. éducation21 unterstützt die schulische Praxis mit vielen Dienstleistungen. Zu ihnen gehören die thematische Aufbereitung von Unterrichtsmaterialien, die Förderung von Schul- und Unterrichtsprojekten, Impulsveranstaltungen, Beratung und Expertise, Evaluationen von Lernmedien und von Bildungsaktivitäten ausserschulischer Akteure oder die didaktische Aufbereitung von Filmen. Auch thematisch ist die Palette breit, denn im Lehrplan 21 werden unter der Leitidee der nachhaltigen Entwicklung gleich sieben fächerübergreifende Themen angesprochen:

Auflistung der Themen: Politik, Demokratie und Menschenrechte; Natürliche Umwelt und Ressourcen; Geschlechter und Gleichstellung; Gesundheit; Globale Entwicklung und Frieden; Kulturelle Identitäten und interkulturelle Verständigung; Wirtschaft und Konsum
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Warum BNE?
Kinder bewegen sich, wenn sie heranwachsen, in einer Art Bildungslandschaft. Die Schule ist darin einer der zentralen Orte. Hier lernen die Kinder die Dinge, die sie fürs Leben brauchen – für ihre berufliche Laufbahn, für ihren privaten Werdegang und für ihre Rolle in der Gemeinschaft. Wie respektvoll behandeln wir einander? Wie schonend gehen wir mit der Umwelt um? Wie gut können wir unsere Bedürfnisse artikulieren?

Jugendliche sammeln Abfall an einem Sandstrand am See
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Zwei Mädchen sitzen in einem Beet und gärtnern
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Eine Lehrerin zeigt einigen Kindern einen Garen
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Alle diese Dinge – Werte wie Offenheit, Pluralismus und Demokratie – müssen nicht nur die Kinder erlernen; auch wir als Gemeinschaft müssen sie immer wieder neu verhandeln, mit jeder Generation neu erwerben. Der Schule als Gesamtes kommt bei der Vermittlung solcher Werte eine eminente Aufgabe zu. Sie erfüllt sie ohne Indoktrination, diskursiv, aktivierend, fördernd und lösungsorientiert. Im Vordergrund steht dabei das Individuum mit seinem besonderen Potenzial, seiner besonderen Sichtweise und seiner Teilnahme an der Gemeinschaft.

Im Fall von Lina scheint das zu gelingen. Sie hat mir die Welt erklärt und dann die Reste auf dem Tisch mit grosser Selbstverständlichkeit und sachgerecht recycelt oder entsorgt.

*Die Meinungen von Gastautoren repräsentieren nicht zwingend die Haltung der EDK.

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